Sportliche Adlige bei Olympia

Wer Adlig ist treibt normalerweise Tennis, Reiten oder Golf und meist zum Vergnügen. Eine Prinzessin beim Marathonlauf, ein Prinz als olympischer Zehnkämpfer scheint auch kaum vorstellbar. Wenn auch bislang keine Hammerwerfer mit blauen Blut ausgemacht wurden, Segler und Bobfahrer tummeln sich unter den adligen Sportlern, zumindest bei den Olympiateilnehmern bislang schon. Ein Handballer ist in der Liste der adligen Sportler auch enthalten, aber nur als angeheiratetes Mitglied zählt er zur Königsfamilie. Er wird es verkraften können, holte er doch zwei Mal Bronze. Unter den sportlichen Blaublütern waren auch bereits zwei Kronprinzen.

Liste von sportlichen Blaublütern

In dieser Liste sind nur Angehörige von Königshäusern (Norwegen, Spanien) bzw. regierenden Fürstenhäusern (Monaco) enthalten.

Sportler im norwegischen Königshaus

König Harald V. nahm als Kronprinz an den Olympischen Spielen teil. Der heute 79jährige König nahm als Regatta-Segler für Norwegen teil und bringt es auf drei Olympische Spiele: 1964, 1968 und 1972.

Sportler im spanischen Königshaus

König Juan Carlos von Spanien und seine Familie sind begeisterte Segler. Jedes Jahr im Sommerurlaub auf Mallorca nehmen Mitglieder der Königlichen Familie auch an der Copa del Rey, dem Königspokal im Segeln teil. Hier startet auch regelmäßig oben erwähnter König Harald von Norwegen.
Und zwei Mitglieder der spanischen Königsfamilie nahmen auch schon an Olympischen Spielen teil:
Prinz Felipe von Spanien war bei den Olympischen Spielen 1992 (Barcelona) Mitglied des spanischen Segelteams. Bei der Eröffnungszeremonie trug der zukünftige König von Spanien auch die spanische Flagge für das Team. Kronprinz Felipe nahm im Soling-Wettbewerb teil und erreichte hierbei immerhin mit seiner Mannschaft den sechsten Platz. Das reicht für ein Olympisches Diplom.

Prinzessin Christina

Prinzessin Christina, die ältere Schwester von Kronprinz Felipe, nahm vier Jahre vor ihrem Bruder an den Olympischen Spielen teil. Auch sie war Mitglied in der spanischen Olympiamannschaft im Segeln und auch Infantin Christina hatte die Ehre bei der Eröffnungszeremonie die Fahne der spanischen Mannschaft zu tragen. Prinzessin Christina nahm an den Olympischen Spielen 1988 in Seoul teil.

Iñaki Urdangarin

Iñaki Urdangarin, seit seiner Hochzeit mit Prinzessin Christina von Spanien Herzog von Palma, war ebenfalls Olympiateilnehmer. Und, wenn auch nur angeheiratet, ist er das erfolgreichste Mitglied der spanischen Königsfamilie bei Olympia. Als Handballer nahm Urdangarin gleich drei Mal mit Spanien an Olympia teil und holte mit den spanischen Handballern 1996 und 2000 Bronze. Bei den Olympischen Sommerspielen 1996 lernte er Infantin Cristina de Borbón, Tochter von König Juan Carlos, kennen. Die beiden heirateten dann im Oktober 1997. Obwohl nun eine Exzellenz blieb er sportlich aktiv bis er 2000 als Aktiver beim FC Barcelona aufhörte. Immerhin bringt er es auf 145 Spiele für die spanischen Handballnationalmannschaft.

Sportler im englischen Königshaus

Prinzessin Anne, Schwester von Königin Elizabeth II., nahm 1976 an den Olympischen Spielen in Montreal im Military-Reiten teil. Bei Olympia lief war Prinzessin Anne zwar nicht ganz so erfolgreich, aber sie wurde immerhin schon einmal Europameisterin. Ihre Tochter Zara Phillips ist ebenfalls eine gute Reiterin, für die Teilnahme an den Olympischen Spielen hat es aber bislang noch nicht gereicht. 2004 und 2008 war Zara Phillips zwar aufgestellt worden, da ihr Pferd, Toytown, aber verletzt war, musste sie ihre Teilnahme an Olympia aber absagen.

Fürstenhaus von Monaco

Fürst Albert von Monaco

Während die sportlichen Leistungen der anderen Royals eher nicht so breit getreten werden, ist Fürst Albert von Monaco ein bekannter Olympionik. Bevor er im Jahre 2005 Fürst von Monaco war, war der damalige Prinz Albert Bobfahrer. Und immerhin nahm er fünf Mal an Olympischen Winterspielen in dieser Disziplin teil.

Außerhalb von Europa

Scheich Hasher Al Maktoum

Außerhalb der europäischen Königshäuser und Adelhäuser hat es immerhin schon einmal für eine Goldmedaille gereicht. Scheich Hasher Al Maktooum (Vereinigte Arabische Emirate) trat 2004 für sein Land bei den Olympischen Sommerspielen in Athen an und holte Gold im Sportschießen. Insgesamt nahm der Scheich bereits drei Mal an Olympischen Spielen teil. 2000 in Sydney wurde er 18. im Trapp- und 23. im Doppeltrappwettbewerb. 2004 die Goldmedaille im Doppel-Trap in Athen. 2008 wurde er allerdings nur 30. (Trap) und Siebter (Doppeltrap).

Olympia und der Adel - kurzer Ausflug in die Geschichte

Kaiser Nero bei den Olympischen Spielen

Die Olympischen Spiele sind eine Idee, die aus der Antike in die Neuzeit importiert wurde. Beheimatet waren die Olympischen Spiele im heutigen Griechenland und Kaiser Nero, Herrscher des Römischen Reiches, war süchtig nach Anerkennung. Und so nahm der Kaiser auch an den Olympischen Spielen teil. Erfolgreich war er, zumindest auf dem Papier bzw. vor aller Ehrerbietung der Veranstalter. So soll Nero am Wagenrennen teil genommen haben und das selbst als Lenker. Er stürzte, kam wohl nicht einmal ins Ziel, wurde aber dennoch zum Sieger erklärt. Vielleicht weil Kaiser Nero das zu gefährlich wurde, regte er an Singen zur olympischen Disziplin zu erklären. Da der Wunsch direkt von Rom kam, damals Beherrscher Griechenlands, wurde diese geistvolle Anregung aufgegriffen. Wohl auch, weil er seinem Wunsch mit einer hübschen Summe Sesterzen unterstrichen hat.


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