Heptarchie, auch angelsächsische Heptarchie

Das Wort Heptarchie setzt sich zusammen aus dem griechischen für sieben und Herrschaft. Bezeichnet wird mit Heptarchie jene frühmittelalterliche Periode in der England in angelsächsische Kleinkönigreiche geteilt war (475 bis ca. 827).

Zu den bekanntesten Königreichen dieser Periode gehörten diese sieben Reiche:

Entstehung der sieben angelsächsischen Königreiche

Am Anfang des 5. Jahrhunderts, nach dem Abzug der römischen Legionen aus Britannien, eroberten germanische Stämme, die Sachsen, Angeln und Jüten (Angelsachsen) von Osten und Süden her die britische Insel und siedelten hier auch. Seit dem Beginn des 6.Jahrhunderts sind feudale Gesellschaften mit einem König an der Spitze dann auch historisch belegt.

Früher ging man davon aus, dass einer der regionalen Fürsten den Status eines priums inter pares (Erster unter Gleichen, Großkönig) inne gehabt hat, inzwischen ist man von dieser Interpretation aber abgerückt.

Ende der Heptarchie in England

Die Macht der angelsächsischen Königreiche endet Ende des 8. Jahrhunderts. Allerdings dauert es noch, bis England einen König bekommt, der als erster englischer König in die Geschichte eingeht, König Alfred der Große (871-899).

Henry of Huntingdon

Von dem Konzept der angelsächsischen Heptarchie berichtete bereits der englische Historiker Heinrich von Huntingdon (Henry of Huntingdon, 1080 bis 1160) in seinem Werk Historia Anglorum (Geschichte Englands), das die Periode von der römischen Invasion bis ins Jahre 1154 (König Heinrich II.) behandelte. Der Begriff Heptarchie für die sieben angelsächsischen Königreiche wurde dann ab dem 16. Jahrhundert genutzt.


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